Wenn Sie sich einer Gefahr ausgesetzt fühlen, wird in Ihrem Körper vermehrt der Botenstoff Adrenalin und weniger Noradrenalin ausgestoßen.  Adrenalin kann Ihnen in bedrohlichen Situationen Riesenkräfte verleihen. Es wirkt vordergründig auf die Skelettmuskulatur und sorgt für die Aktivierung Ihrer Körperkräfte,

 

Vielleicht denken Sie sich nun: "Ok, aber es gibt doch nicht wirklich etwas vor dem ich mich fürchten muss. Es gibt keine reale Gefahr. Warum sollte ich dann plötzlich eine Panikattacke bekommen"? Nur Geduld. Sie haben Recht. Aktuell gibt es höchst wahrscheinlich keine reale Gefahr.

 

Doch schauen wir vorerst ein bisschen weiter in unseren Körper hinein:  was passiert wenn Sie eine  vermeintlichen Gefahr wahrnehmen?

 

Noradrenalin ist im Gegensatz  zum Adrenalin  für die Regulierung der Aktivierung zuständig. Man könnte es sich auch als eine Art Sicherung vorstellen. Die Ausschüttung von Noradrenalin bewirkt, dass "Ihr Kreislauf nicht überkocht". Eine reduzierte Ausschüttung von Noradrenalin führt somit zu den oben besprochenen körperlichen Veränderungen. Eine erhöhte Ausschüttung vermindert diese körperlichen Reaktionen.

 

Wir halten fest: wenn Sie sich aufgrund von einer subjektiv empfundenen Gefahr erschrecken, schüttet Ihr Nebennierenmark in höherem Ausmaß Adrenalin aus. Und das hat zur Folge: höherer Puls, höherer Blutdruck, erweiterte Bronchien, erweiterte Pupillen, Aufstellen der Haare, erhöhte Schweißbildung. Und allem voran: Mobilisierung Ihrer Energiereserven.

 

Die Natur hat uns über Jahrmillionen immer weiter perfektioniert. Sie hat den Menschen durch Selektion immer intelligenter gemacht. Und so war der Mensch immer besser in der Lage, zu unterscheiden was Gefahr für ihn bedeutet und was nicht. Wenn der Urzeitmensch ein Tier oder ein Geschehen als Gefahr beurteilte, wurde Adrenalin ausgeschüttet und damit seine Energiereserven rasch mobilisiert. Das rasche Reagieren war oft lebensnotwendig.

 

Und oft war "rasch" nicht schell genug. Es konnte damals tödlich sein, wenn man beim Auftauchen einer Gefahr (z.B.: plötzlich springt ein Säbelzahntiger aus dem Gebüsch) erst einmal nachdenken musste, ob dieses Wesen nun eine Gefahr darstellt, oder nicht. In dem Bruchteil der Sekunde, wo das Gehirn in seiner "Datenbank" recherchierte, ob es dieses Tier als gefährlich einstufen musste, war es auch schon zu spät. Und der Säbelzahntiger hatte was er wollte.

 

Also musste eine Lösung her, die es dem Menschen ermöglicht noch schneller zu reagieren. Um die Reaktionsgeschwindigkeit des Menschen bei Gefahr zu erhöhen, schuf die Natur ein zweiten noch schnelleren Informationsweg zwischen Wahrnehmung der Gefahr und der Muskelaktivierung durch Adrenalin. Die schnellere Reaktion wird dadurch erreicht, dass nicht so viele Teile des Bewußtseins in den Prozess der Angstreaktion (Ausschüttung von Adrenalin, Aktivierung der Muskeln) involviert werden.

 

Das heißt, unser Vorfahre sah den Säbelzahntiger. Und ohne auch nur den Bruchteil einer Sekunde nachdenken zu müssen, und ohne seine einzelnen Handlungen sich bewußt zu überlegen, wurde seine Skelettmuskulatur blitzschnell  für die Flucht aktiviert.

 

Folglich sind zwei Informationswege vorhanden: ein langsamer mit mehr Beteiligung von kognitiven Prozessen (Denken) und ein schnellerer, quasi automaisch ablaufende Reaktion mit deutlich weniger Beteiligung von bewussten kognitiven Prozessen.

 

In der Urzeit war das Fehlen von zuviel Denken während der Angstreaktion von Vorteil. Man konnte so schneller reagieren. Heutzutage ist es meist ein Nachteil. Der Grund: Heutzutage springen äußerst selten Säbelzahntiger aus dem Gebüsch.

 

Wenn Sie unter Panikattacken leiden wurde in Ihrer Vergangenheit höchst wahrscheinlich diese schnellere Informationsleitung im Gehirn aktivieret. Hat sich im Gehirn einmal diese "Leitung" gebildet, reagieren Sie auch in Zukunft auf diese Gefahr – und alles was Sie daran erinnert – blitzschnell. Ob Sie wollen oder nicht. Es läuft automatisch ab. Und scheinbar ohne Ihr bewusstes Zutun.

 

Mit einer Panikreaktion reagieren Sie wie von der Natur vorgesehen. Sie sind Vollbesitz Ihrer geistigen Kräfte. Da heutzutage aber kaum mehr wilde Tiere aus dem Gebüsch springen, würden die meisten Menschen ihre Panikreaktion gerne wieder los werden. Insbesondere da sie die Panikattacken in Situationen erleben, wo das Gehirn zwar erkennt, dass es keine reale Gefahr gibt. Unbewusst es aber gespeicherte Verknüpfungen zu einer, einmal als bedrohlich erlebten Situation gibt.

 

Mit diesem Wissen wird es verständlich warum  Sie plötzlich Panikattacken bekommen, ohne dass eine reale Gefahr besteht. Warum alles was beengt und wo es scheinbar keine Fluchtmöglichkeit gibt, Ihneen panische Angst machen kann.

Angsttherapie

psychologische Unterstützung Kontakt